Mexico! (1. – 17. Dezember 2006)

Posted by on Jan 21 2007 | Deutsch

No hablar ingles

Wir waren wegen der bevorstehenden Grenzüberquerung nervös. Die Straße hatte sich bereits fünf Kilometer zuvor verändert, sie war schlecht und schmal. Die Häuser auf der amerikanischen Seite glichen Baracken, alles war staubig. Im Grenzhäuschen war niemand, unsere Pässe wurden nicht kontrolliert. Auf der mexikanischen Seite beobachtete uns ein Grenzbeamter von seinem Auto aus. Wir versuchten ihn zu fragen, wo wir unsere Touristenkarten bekommen können. Er antwortete „ Ich spreche kein Englisch“, den Rest konnten wir nicht verstehen, da er viel zu schnell sprach. Aber aus seinen Gesten schlussfolgerten wir, dass wir unsere Fahrräder, wie Autos auf dem Parkplatz zu parken hätten. Es war nicht erlaubt, sie an eine Wand zu lehnen, also ging Florian mit unseren Pässen in das Büro und ich blieb bei den Rädern auf dem Parkplatz. Es war kein Problem, eine Aufenthaltsgenehmigung für ein halbes Jahr zu bekommen als Florian dem Beamten erzählte, dass wir mit dem Fahrrad unterwegs sind. Er trug Chan sogar auf Florians Touristenkarte ein, so dass wir für ihn nicht extra bezahlen mussten. Andrea und Jörg hatten ebenfalls die Grenze überquert und gemeinsam gingen wir und die berühmte Tecate Bäckerei und kauften Brot uns Süßes. Andrea und Jörg verließen uns gleich wieder, sie wollten heute noch 70 km zurücklegen, für uns zu viel. Unser Ziel war ein Dorf 30km südlich von Tecate. Zunächst erkundenden wir den ersten mexikanischen Supermarkt, dann verließen wir die Stadt auf der Mex 3.

In den USA hatten uns die Leute sehr oft vor den Straßen der Baja gewarnt. Aber wie gehabt, ist ein Rat, der nicht von einem Fahrradfahrer stammt, der die gleich Strecke zurückgelegt hat, kein wirklicher Rat für uns. Erfreut stellten wir fest, dass die Autos und Lkws hinter uns abbremsten und großräumig überholten. Natürlich gab es auch hier Verrückte, die entweder eine Brille brauchen oder die einfach keine Rücksicht nehmen und uns gefährlich überholten. Aber der Verkehr in den USA war oft trotz guter Seitenstreifen wesentlich stressiger für uns.

Langsam strampelten wir bergauf, plötzlich gab es hinter uns einen lauten Knall. Das Auto direkt hinter uns lies den Gegenverkehr vorbei, überholte uns und fuhr davon. Das zweite Auto hupte und hielt auf der Strasse an. Im nächsten Ort hatte es uns eingeholt und hielt vor uns an. Drei Mexikaner stiegen aus. Einer von Ihnen zog eine richtige Show ab, er klatschte und rieb sich die Hände während er im Kreis lief, dann ging er schnurstracks auf Florian zu. Er zeigte auf seinen kaputten Scheinwerfer. Die drei sprachen keinerlei Englisch, wir verstanden kein Spanisch, aber es war klar, dass sie von uns Gringos Geld wollten, weil sie auf das andere Auto aufgefahren waren. Aber genauso klar war es für alle Beteiligten, dass das nicht unsere Schuld war. Ein paar Mal wies Florian sie daraufhin, dann stiegen wir in die Sättel und fuhren einfach weiter.

Gegen 3 Uhr nachmittags erreichten wir Valle de los Palmas. So richtig wussten wir nicht, wohin und wo wir nach einem Übernachtungsplatz fragen könnten. Also fragte Florian nach der Polizeistation, der Beamte dort war supernett und versuchte unsere drei Worte spanisch zu verstehen. Er erlaubte uns, im Stadtpark zu bleiben. Wir kauften Chips und Wasser und kochten unser Abendessen. Es war sehr ruhig im Park, außer uns war niemand da. Ein Auto parkte, dann noch eins, sie spielten laute Musik, nach einer halben Stunde, fuhren sie wieder davon. Müde krochen wir, begleiten von den dörflichen Geräuschen der Hühner und Pferde in unser Zelt, als wieder mehrere Autos vorfuhren und plötzlich fand rund um uns eine Party statt. Mexikanischer Lebestil oder Freitagabend Party? Chan schlief schnell ein aber Florian und ich schlummerten erst, nachdem das letzte Auto davon gefahren und der letzte dröhnende Bass verklungen war.

Ensenada war laut und stinkig. Kurz nachdem Ortseingang hatten wir wegen der Glassplitter auf der Straße einen Platten. Im Supermarkt kauften wir Lebensmittel und in einem Fahrradgeschäft erneuerten wir Florians gebrochenen Pedalkorb. Die vierspurige südliche Ausfallstraße war stark befahren aber es gab einen guten Seitenstreifen. Nach Maneadero wurde der Verkehr ruhiger, die Strasse wand sich bergauf durch Farmland und staubige Felsenlandschaft.

Immer noch auf der Pazifikseite der Baja feierten wir Chans dritten Geburtstag. Zum Abendessen gingen wir in ein Restaurant und bestellten gekochte Feigenkaktusblätter, Bohnen und Quesadillas (mit Käse gefüllte Tortilla). Die Bedienung brachte sogar Kerzen und einen dekorierten Schokoladenkuchen für ihn.

Nun begaben wir uns in die zentrale Wüste der Baja, der erste Abschnitt der Reise, wo es schwierig wurde, uns mit Trinkwasser zu versorgen. Es gibt lange Strecken ohne Städte, Farmen oder Straßenrestaurants, wir mussten Wasser für zwei Tage mit uns führen. Sieben Tage lang mussten wir mindestens 50 Kilometer am Tag zurücklegen um sicher zu gehen, dass wir unsere Wasservorräte auffüllen können. Das Essen war kein Problem. Der erste Tag brachte eine lange Steigung auf ein Hochplateau. Der Wind wehte heftig in Böen  und verlangsamte unsere Geschwindigkeit. Die Nacht verbrachten wir in einer llantera ( Lkw Werkstatt) mitten in der Einsamkeit der Sonora Wüste. Am Morgen war unser Zelt und unsere Umgebung mit Reif bedeckt. Das erstemal fragte Chan nach seinen Handschuhen.

Mittlerweile sprachen wir soviel Spanisch, um nach dem Weg, Wasser und einem Schlafplatz zu fragen und ungefair 30% der Antworten zu verstehen. Wir hatten keinerlei Probleme einen Schlafplatz zu finden, die Leute ließen uns entweder auf ihrem Grundstück schlafen oder im Stadtpark. Unsere Koerper schreien geradezu nach Süßem und wir erkundigen uns immer nach der Panaderia (Bäckerei), um leckere Kekse und Brot zu kaufen. Zum Mittagessen leeren wir zudem eine Flasche „ Zuckerwasser“!

Die Straße führte langsam wieder Richtung Pazifik, aus den Bergen wieder in eine flachere Gegend. Der Wind meinte es mit einemmal gut mit uns und schob uns über eine schnurgerade Straße direkt in Richtung des Ozeans. Rechts uns links der Straße wuchsen Saguaros, Barrel Kakteen, ebenso wie Dr. Seuss trees und Mesquite Bäume.

Über 20 Kilometer lang zeigte Florians Tachometer eine Geschwindigkeit von mehr als 40 km/h. An diesem Tag legten wir 103 km zurück, die Strecke von zwei Tagen in einem. In Rosarito (es gibt mindestens 5 Städte auf der Baja die so heißen), übernachteten wir bei Manuel und Maria, einem mexikanischen Ehepaar, das wir vor ein paar Tagen unterwegs kennen gelernt hatten und die uns zu sich eingeladen hatten. In ihrem Haus konnten wir zum erstenmal wieder Duschen und sie bekochten uns ein wundervolles Abendessen. Am nächtens Morgen erwartete uns ein ebenso gutes Frühstück. Die Beiden waren von Chan sehr angetan, der hier seine ersten spanischen Worte sprach.

Nun erholen wir uns etwas in Guerro Negro, reparieren wieder mal unser Zelt und waschen unserer Wäsche bevor wir erneut ins Landesinnere fahren. Diesmal werden wir die Baja komplett bis zum Cortez Meer auf der anderen Seite durchqueren.Nun erholen wir uns etwas in Guerro Negro, reparieren wieder mal unser Zelt und waschen unserer Wäsche bevor wir erneut ins Landesinnere fahren. Diesmal werden wir die Baja komplett bis zum Cortez Meer auf der anderen Seite durchqueren.

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