Peru mit der Bahn

Posted by on Dec 29 2007 | Deutsch

Bahn, Bus und Pickup
” Flo, sind wir auf der richtigen Strasse? Ich möchte keinesfalls diese Strasse wieder bergauf zurück in die Stadt fahren müssen!”, sagte ich. Also fragten wir erneut nach dem Weg, bereits zum vierten mal und wieder wurde uns versichert, dass diese Strasse nach Izcuchaca und weiter nach Ayacucho führt. Unsere Straßenkarte verzeichnete zwei Strassen nach Ayacucho, der nächst größeren Stadt nach Huancayo. Wir suchten die Route auf der rechten Seite des Flusses nach Izcuchaca und in die Berge und nicht die Route durch das trockene und heiße Flusstal. Momentan befanden wir uns auf der falschen Seite des Flusses und auch die Straßennummer stimmte nicht überein. Endlich erreichten wir eine Kreuzung, auf der wir in ein Dorf abbiegen konnten, dass auf unserer Karte war, aber nach etwa drei Kilometern machten die Strasse einen großen Bogen und führte genau wieder in die Richtung, aus der wir kamen. Wieder fragten wir nach dem rechten Weg und wurden zur Kreuzung zurückgeschickt. So langsam dämmerte uns, das unsere Karte absolut nicht stimmte. Später fanden wir heraus, dass die Karte eine nicht existierende Strasse verzeichnete und die Strasse, die wir nehmen mussten war falsch markiert und Teile davon fehlten auf der Karte völlig. Nach einem Umweg von 10 km waren wir wieder auf der richtigen Fährte und radelten auf einen ganz normalen ” über 4000m” Pass. Die Landschaft war hier trocken und felsig, die Erde tieforange. Die gesamte Fläche bis hinauf in die Berge wurde eingeteilt in schmale Rechtecke, landwirtschaftlich genutzt. Schon bald wand sich die Strasse wieder bergab und wir glitten an Dörfern und Feldern vorbei, verloren all die Höhenmeter, die wir mühsam erklommen hatten. Eigentlich hielten wir Ausschau nach einem Restaurant für die Mittagspause, aber keines war geöffnet und als wir in dem letzten Ort vor Izcuchaca anhielten kamen Kinder derart schreiend und lachend auf uns zugerannt, dass wir schnell die Flucht ergriffen und bis zur Bahnstation in Izcuchaca nicht mehr anhielten. Von hier wollten wir am nächsten Tag zur Abwechslung 70km mit dem Zug nach Huancavelica fahren. Aber wir sind in Peru und nichts ist sicher, also ging ich gleich mal zum Schalter, um mich nach dem Fahrplan und dem Preis zu erkundigen. Es stellte sich heraus, dass morgen gar kein Zug fuhr, sondern heute, genauer gesagt in 15 Minuten. Der Angestellte bezweifelte, dass die Fahrräder im Zug Platz finden würden. Normalerweise ist Gepäck in Peru kein Problem, irgendwie geht es immer. Also sagte ich ihm, dass wir es auf alle Fälle versuchen wollten. Den Anhänger falteten wir auf Rahmengröße zusammen, packten den Inhalt in unsere Rucksäcke und entluden die Bikes. Bei diesen Vorbereitungen wurden wir von einer Gruppe Kinder genau beobachtet. Endlich rief der Fahrkartenverkäufer den Zug aus und der Schaffner meinte für unsere Räder sei Platz in der Zugmaschine. Der Fahrkartenverkäufer bezweifelte dies und teilte uns seine Bedenken im Minutenabstand mit. Der Zug fuhr ein und viele Menschen mit ihrem Gepäck stiegen ein und aus. Flo brachte die Bikes zur Lok und konnte sie dort festbinden, während ich unser Gepäck in den Wagon lud und Chan bewachte derweil unsere Sachen. Der Anhänger fand bei uns Platz und schon rollten wir aus dem Bahnhof hinaus.
Wir hatten zuvor die Zuggleise gesehen, meist zugewachsen, angefüllt mir Erde und auch nicht sehr gerade. Aber wie fühlte sich das im Zug an! Er schwankte von einer Seite zur anderen. Wir beschlossen uns nicht zu sorgen, sondern die Fahrt zu genießen. Da wir mittlerweile sehr hungrig waren, kauften wir Brot bei einer Verkäuferin im Zug. Die Gleise folgten einem Fluss durch einen schmalen Canyon, langsam, sehr langsam gewannen wir an Höhe. An jeder Haltestelle stiegen noch mehr Menschen mit großen Bündeln Gepäck zu. Die Haltestellen waren ein Chaos von hin und her eilenden Leuten,  Frauen und Kinder verkauften Brot, andere Lebensmittel und Getränke. Jungen warteten mit ihren dreirädrigen Lastenrädern auf Kundschaft.
Dann begannen die Tunnel. Mittlerweile war die Dunkelheit hereingebrochen und jedes Mal, wenn wir einen Tunnel befuhren, wurde es pechschwarz im Zug, da es keinerlei Licht gab. Draußen gab es fast nichts mehr zu sehen und im Zug begannen die Leute mit dem Schaffner über die Fahrpreise zu diskutieren, schoben das Gepäck hin und her, aßen und tranken. An einer Station betraten zwei Frauen den Zug, über und über beladen mit schweren Bündeln voller Kräuter. Sie nahmen gegenüber von unserem Gang Platz. Die Kräuter dufteten aromatisch aber langsam begann sich ein starker Knoblauchgeruch auszubreiten. Flo fand bei einem Toilettenbesuch den Grund dafür, eine Frau hatte lauter Beutel mit geschälten Knoblauchzehen in dem winzigen Klo gestapelt.
Um 9 Uhr abends erreichten wir Huancavelica. Jetzt mussten wir unser gesamtes Gepäck, einen übermüdeten Chan und die Räder ausladen. Die Zugarbeiter wollten plötzlich Geld für den Transport der Räder und als wir alles aufgeladen hatten und losfahren wollten, hielt uns einer von ihnen an und sagte wir wären schwarz gefahren.  Glücklicherweise hatte ich noch die Fahrkarten und der Schaffner konnte ihn überzeugen, dass auch der Radtransport ordnungsgemäß bezahlt worden war. Schnell hatten wir ein Hotel gefunden und gingen noch was Essen. Wir beschlossen, da es so spät war, morgen auszuschlafen und noch einen Tag hier Rast zu machen. In einer Strasse sahen wir einen Hund an einem blutigen Kuhschädel samt Hörnern nagen. Chan wollte wissen, was der Hund da aß, Flo erklärte es ihm so gut er konnte. Chan war eine ganze Weile still, dann fragte er plötzlich: ” Und wo ist die Kuh?”
Regenbogenberg
Als wir auf einer Schotterstrasse Huancavelica verließen, rannten uns aus jedem zweiten Haus Hunde hinterher. Der Morgen hatte schon schwierig begonnen, Chan brachte mich auf die Palme, weil ich ihm nichts Recht machen konnte, bald wollte er das, dann das. Als wir das Hotel verließen hatten wir wieder mal Zuschauer, sie versuchten Chan in seinem Hänger anzufassen und jetzt diese dummen und gefährlichen Hunde. Ich war bedient. Nur ein paar Kilometer hinter der Stadt änderte sich die Landschaft und war einfach wunderschön, auch die Strasse war ok und so besserte sich meine Laune zusehends und ich genoss die Fahrt. Bald sahen wir viele  Lamas und Alpakas. Die Felsen in ihren leuchtenden Orange und Rottönen wirkten fast surreal. Auf 4170m Höhe sollte sich ein Dorf befinden, aber es war verlassen. Also machten wir Picknick vor der Ruine eines Lehmziegelhauses und aßen Brot, Oliven und Käse. Der Wind frischte auf und ich begann die Höhe in Form leichten Schwindels zu fühlen. Wir folgten der Strasse zu einer der höchsten Hochebenen in Südamerika (über 4400m). Plötzlich kam eine Herde Lamas in vollem Galopp die Strasse entlanggeprescht. Vor uns wurden sie langsamer und dann ging eines nach dem anderen an uns vorbei.
Flo holte Wasser aus einem Bach und wir suchten einen Platz zum Übernachten. Es gab keine Büsche oder Bäume, nur Pampa. So versuchten wir unser Zelt hinter einem kleinen Hügel neben der Strasse zu verstecken. Am Morgen zog eine Herde Schafe an unserem Zelt vorbei, Kinder spielten nebenan und eine Frau kam vorüber, rief etwas auf Quechua und eine Weile später kam sie mit Schafen zurück. Eigentlich hätten wir unser Zelt direkt neben der Strasse aufstellen können, wohl das ganze Tal wusste, dass wir hier waren.
Die Strasse führte in Richtung eines roten Berges, der jetzt in der Morgensonne regelrecht strahlte. Immer noch fuhren wir bergauf und am Horizont zeigten sich neue Gipfel, je höher wir kamen. Die Felsen leuchteten in immer neuen Farben, als ob sie im Regenbogen gebadet hätten. Oft mussten wir anhalten um diese Schönheit der Bergwelt zu bestaunen. Weiterhin fuhren wir bergan und die Strasse führte hinauf und hinauf, bald müssten wir den Himmel berühren können! Die Passhöhe war auf  4853m. Von einer Seite zogen dunkle Regenwolken auf, auf der anderen hatten wir eine zauberhafte Sicht auf Bergketten, Seen und Felsformationen. Die Wolken trieben uns zur Eile.
Entlang der Seen lebt ein kleines Tier, eine Art Murmeltier, dass anscheinen dem Hasen die Ohren gestohlen und orange angemalt hatte, der Schwanz stammte vom Eichhörnchen, nur schien die Spitze verbrannt, wie sonst konnte sie so kohlrabenschwarz sein. Es war schnell, das kleine Wesen, wir schafften es nicht es auf Film zu bannen. Die Nacht verbrachten wir in Santa Ines auf über 4600m. Unsere Herberge hatte kein Wasser, nicht mal einen Eimer, um die Toilette zu spülen. Als Florian nach Wasser fragte, bekam er von dem Jungen zur Antwort: ” Wir haben selber keins.” Aber hier gibt es einen Fluss und einen See!” Der Junge zuckte die Schultern: “Der Fluss ist durch die Bergbaumine verseucht und der See ist tot.” “Aber woher bekommt ihr euer Wasser?” fragte ich. “Wir müssen es von weit her holen. Seit zwei Wochen hat das Dorf kein Wasser mehr, da die einzige Quelle ausgetrocknet ist. Die Regierung hat versprochen, etwas zu tun, also haben wir vielleicht in zwei oder drei Wochen wieder Wasser.” Erklärt der Junge.
Zwanzig holprige Kilometer brachten uns zurück auf den Asphalt. Erneut ein Pass, eine Abfahrt und wir befanden uns auf dem Weg zu unserem zweithöchsten Pass. Es war ein langer Anstieg und es wurde bereits spät. Im nächsten Dorf fragten wir nach einer Herberge, statt dessen konnten wir die Nacht in dem einzigen Patientenzimmer der Krankenstation des Roten Kreuzes verbringen. Eine nette Geste der Aerztesin, allerdings waren die Kinder des Dorfes besonders aufdringlich. Beobachteten uns aus nächster Nähe, während wir draußen unser Essen zubereiteten und starrten durch das Fenster, als wir aßen und unsere Betten aufschlugen. Das winzige Hospital hatte keine Elektrizität, nur einen Generator für den Notfall. Die Toilette war außer Betrieb, statt dessen gab es ein Loch im Garten.
Mindestens hundert Kehren brachten uns auf eine Höhe von 4750m. Oben wartete bereits ein LKW auf uns. Einige Frauen und Kinder kamen uns entgegen. “Nicht mal hier oben sind wir alleine!” knirschte Flo durch die Zähne. Also gab es wieder mal eine typische -ein paar Fotos machen, Kekse essen, Sand gegen den Wind schmeißen und dabei beobachtet werden- Pause. Dann sausten wir hinab, hinab hui hinab, die Regenbogenberge, Felsen und gelbes Grass flogen vorbei. Fast 50 km ging es bergab, auf flache 1900m und in wärmere Gefilde. Statt der Lamas gab es nun Kühe, Pferde und Esel und statt der kargen Pampa, Eukalyptusbäume und Kiefernwälder.
Im Tal beendeten wir unsere Fahrt für heute und tranken noch einen Kaffee, bevor wir uns in unser “Quartier” begaben. Dort wurde die Bettwäsche noch schnell durchs kalte Wasser gezogen, in der Sonne getrocknet und uns überreicht. Flo räumte den Müll aus dem Zimmer, dann konnten wir unser Gepäck reintragen. Nun, wir zogen es vor, in unseren eigenen Schlafsäcken und im Zelt, dass wir im Zimmer aufgestellt hatten zu nächtigen.
Weitere 27 Kilometer brachten uns zum letzten Pass vor Ayacucho, dieser war nur 3900m hoch. Am frühen Nachmittag trafen wir in Ayacucho ein.
Ein Stück des Weges mit dem Bus
Vor uns lag ein Wegstück, das Extreme versprach. Einige Pässe von über 4000m und dazwischen heiße, tropische Täler, die Straße zudem unasphaltiert. Folgende Informationen über die Strasse hatten wir von Freunden erhalten: viele Abschnitte glichen eher einem Flussbett, als einer Strasse, wir mussten viel schieben. Noch einen Monat galt unsere Aufenthaltsgenehmigung für Peru. Dieser 380km lange Schotterabschnitt würde uns mindestens zwei Wochen kosten. Zwei Wochen, die uns keinen Spaß machen würden und Chan wäre wohl auch kaum glücklich mit einer weiteren Schütteltour. Also entschieden wir uns für den Bus, er uns nicht nur extreme Anstrengung, sondern auch das Geld für die Visaverlängerung sparen würde.
Wir erkundigten uns bei ein paar Busgesellschaften, doch es gab nur eine Einzige, die diese schwierige Strecke befuhr. Wir buchten die erste Sitzreihe, um uns wenigstens ein bisschen an der Landschaft erfreuen zu können. In der Nacht vor der Abfahrt packten wir alle unsere Sachen aus dem Anhänger in Rucksäcke und um 6 Uhr früh rollten wir durch die Stadt zum Busterminal. Dort klappten wir den Anhänger zusammen. Als der Bus eintraf verlud Flo die Räder und unser Gepäck, während Chan und ich auf die anderen Sachen aufpassten. Die erste Überraschung war, dass wir nicht ganz vorne saßen, sondern in der zweiten Reihe. Das war leider nicht mehr zu ändern, aber die Vordersitze waren von ebenfalls zwei Touristen besetzt, die nach der Hälfte der Fahrt mit uns tauschten. Der erste Abschnitt nach Andahuylas dauerte 10 Stunden. Zur Mittagszeit hielten wir an einem Restaurant. Ich blieb noch im Bus sitzen, um Apfelstücke für Chan zu schneiden, während die beiden Pinkeln gingen. Als ich ebenfalls aussteigen wollte, musste ich feststellen, dass die Tür verschlossen und ich eingesperrt war. Keiner hatte uns darauf hingewiesen, dass wir während der 40 minütigen Pause weder in noch aus dem Bus konnten. Der Fahrer war unauffindbar.
Um fünf Uhr Nachmittag kamen wir in Andahuaylas an. Hier mussten wir umsteigen, der nächste Bus sollte um sieben abfahren. Ich besorgte uns etwas zu essen, Reis mit gebratenen Zwiebeln. Es begann zu regnen und wir suchten für uns und unser Gepäck einen Unterstand, endlich kam der Bus. Als Flo begann, die Räder aufzuladen, sagte man uns, dafür wäre kein Platz. “Gut, dann lade ich die Räder halt zu den Passagieren!”, meinte Flo. “Wir haben die Tickets in Ayacucho bis nach Abancay gekauft und wir haben extra für das Gepäck bezahlt und wir werden in diesem Bus mit unserem gesamten Gepäck mitfahren, wie ihr wisst fährt morgen wegen der Volkszaehlung kein Bus!” Jetzt gab es plötzlich Platz, aber als kleine Schikane musste Flo noch die Vorderräder ausbauen und einer unserer Rucksäcke wurde weit weg auf der anderen Busseite verstaut. Im Bus wartete eine nette Überraschung auf uns: Tee und Gebäck wurden serviert. Es war bereits dunkel, als wir Andahuaylas verließen. Der Bus fuhr furchtbar langsam und hielt aus unerklärlichen Gründen auch noch immer wieder an. Chan war gleich eingeschlafen. Nach etwa vier Stunden wurde ich ungeduldig, warum fuhren wir so langsam? Endlich sahen wir tief unter uns im Tal die Lichter von Abancay. Die Abfahrt war eine Tortur. In riesigen Schleifen zog sich die Strasse über den gesamten Berg und verlor dabei kaum an Höhe. Auf halber Strecke stoppten wir und das Personal wechselte mit einem entgegenkommenden Bus. Busse anderer Gesellschaften überholten uns. Warum konnten die schneller fahren? Statt wie geplant um 10 Uhr erreichten wir Abancay erst um 1 Uhr nachts. Jetzt mussten noch die Fahrräder und das Gepäck abgeladen und der Trailer wieder zusammengebaut werden. Chan wachte auf und klammerte sich an mir fest, bis wir ihn in den Anhänger setzten konnten, wo er sich wieder sicher fühlte und zu spielen begann. Um halb 2 machten wir uns auf die Suche nach einem Hotelzimmer. Die meisten Hotels waren bereits geschlossen. Wir fanden endlich eins, das noch offen war, es war wirklich schäbig, aber wir hatten keine Wahl. Zumindest war der Besitzer nett, er half uns die Räder und alles hoch ins Zimmer zu tragen. Es war nach zwei, als wir endlich die Augen schlossen.
Bakterielle Invasion
Wir freuten uns schon auf Cuzco. Drei oder vier Fahrtage und wir würden unsere Schweizer Freunde (www.affenbrunner.ch) und Steven den Australier wiedersehen. Wir planten einige Ruhetage, wollten die Fahrräder putzen und Machu Pichu anschauen.
36km bergauf, eine Steigung von 1500m, führte uns aus Abancay heraus. Auf dem Pass bot sich noch mal der Blick auf die Stadt. Es begann zu hageln und zu regnen, so dass wir schnell, für die ebenfalls 36km lange Abfahrt auf 2680m Höhe nach Curahuazi die Regenkleidung anzogen.
In der Nacht bekam Flo Durchfall. Aber er wollte morgens trotzdem weiterfahren, Cuzco erwartete uns. Hinab flogen wir, die Brücke über den Fluss trug ein Schild 1900m, dann folgte die Strasse dem Fluss bergauf durch ein superheißes Tal. Flo und ich hatten schwer zu kämpfen, ich wie immer mit der Hitze und Flo fühlte sich einfach schwach. Wir mussten eine Pause im Schatten einlegen und ich hielt den nächsten Pick up an. Die netten Leute fuhren uns in die nächste Stadt, wo wir in einem Hostal ein Zimmer nahmen und Flo sich mit hohem Fieber ins Bett legte. Am Abend traf ein österreichisches Paar auf einem Tandem ein. Chan und ich unterhielten uns mit ihnen bis spät in die Nacht. Am Morgen war Flo fieberfrei und wir starteten, nachdem wir uns von den Österreichern verabschiedet hatten, erst um 10 Uhr. Langsam gewannen wir an Höhe, den Pass erreichten wir um 3 Uhr nachmittags. Schneegipfel säumten den Horizont. Hier oben war es herrlich, auch das Klima entsprach mir eher. Trotzdem fühlten Flo und ich uns unwohl. Die Abfahrt war nicht sehr steil und die Strasse blieb auf über 3300m. Kurz vor der Stadt, in der wir die heutige Übernachtung eingeplant hatten, stoppte uns ein großer Graben. Die Strasse wurde erneuert. Die Autos fuhren einen kleinen 4km langen Umweg über Schotter. Während wir da standen und überlegten, was wir tun sollten, kamen einige Straßenarbeiter und zeigten uns eine Strecke über einige kleinere Gräben und die Felder. Sie halfen uns sogar den Trailer und die Räder darüber zu heben. Den weiteren Weg legten wir ungestört zurück, sogar die Regenwolken machen einen Bogen. In dieser Nacht bekamen Flo und ich Halsweh.
Cusco war nur noch 26km entfernt ohne große Steigungen. Gegen Mittag erreichten wir das Hostal und gingen etwas zu Mittag essen. Als wir zurückkamen, hatte Flo wieder hohes Fieber.
Während der nächsten Tage kam und ging das Fieber, also gingen wir zum Arzt, der natürlich gleich Antibiotika gegen eine Luftröhrenentzündung verordnete. Die Schweizer Rahel and Jörg und der Australier Steven blieben noch einen Tag länger, um mir zu helfen. Sie kümmerten sich um Chan, während ich mich um Flo sorgte und mich endlich etwas ausruhte. Kaum dass sie uns verlassen hatten, bekam Chan Fieber. Nach sechs Tagen erholte sich Chan langsam von seiner Grippe oder was das Fieber verursacht hatte, da erwischte es mich und das Fieber fesselte mich eine Woche ans Bett. Das entsprach so gar nicht unserer Vorstellung vom Aufenthalt in Cuzco, der alten Inkastadt. Seit zwei Wochen sind wir hier und haben kaum etwas anderes gesehen als unser Zimmer, das Internetcafe und den Markt, um frische Früchte zu kaufen.
Nun ist der Plan Machu Pichu zu besuchen, nach Cuzco zurückzukommen und die Fahrräder fertigzumachen für die Fahrt durch das Altiplano.

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